Freihandelszone

A.TONAL.THEATER: ME, MYSELF & I: AMPHITRYON

A.TONAL.THEATER (Köln): Me, Myself & I: Amphitryon
Ein Theaterprojekt nach Heinrich von Kleist

 
"Ein großartiger Theaterabend mit vielen aktuellen Bezügen von Mobbing bis zum Identitätsdiebstahl im Internet." (RHEINKULTUR, Köln)

"Das A.TONAL.THEATER hat Kleists Sprache tief ausgeleuchtet. Spannung entsteht durch die Anordnung der Elemente in Raum und Zeit und weniger durch Psychologie. Zu Kleists Poetologie passt das perfekt. " (WDR3 Hörfunk, "Resonanzen", 13.09.2013)

"Diese Produktion des A.TONAL.THEATER ist eine kluge, eindingliche und zeitgemäße. (...)." (Kölner Stadtanzeiger)


Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, wenn selbst das Ich abhanden kommt?

Den Stoff des Amphitryon lieferte Kleist – neben der Vorlage Molières – eine Randnotiz der griechischen Mythologie: Die Zeugungsgeschichte des Herkules. Begeistert von der Schönheit der Alkmene beschließt Jupiter, sie in Gestalt ihres Mannes Amphitryon zu besuchen. Die getäuschte Alkmene erlebt mit dem falschen Ehemann eine unvergessliche Liebesnacht. Der echte Amphitryon, als Sieger aus der Schlacht heimgekehrt, erlebt seine größte Niederlage im Privaten: Ein anderer raubt ihm seine Identiät. Wie im Blindflug agieren die Menschen in diesem Stück, da Ihnen jedes Koordinatensystem für wahr und falsch – selbst das der eigenen Gefühle – genommen wurde.

Kleists Reflexion einer ultimativen existenziellen Verunsicherung ist gerade in Zeiten von Terror-Spionage-Programmen und Web 2.0 mit seinen Social-Media-Angeboten und Formen des Cyber-Mobbings hochaktuell: Nur tritt das wahre Ich heute nicht mehr mit einem Doppelgänger aus der Götterwelt in Konkurrenz, sondern mit dem eigenen Cyber-Ich des Internets. Trotz derselben Identität ergeben sich auch hier Abweichungen, Wunschbilder, Verwandlungen, Täuschungen oder Kopien der eigenen Identität. Und: Der Schaden für die eigene Selbstwahrnehmung und das Lebensumfeld sowie die Hilflosigkeit, „wie soll ich beweisen, dass ich ich bin“, sind vergleichbar.

Dass das Ich nichts Fixes ist, welche Berufsgruppe wüsste es besser als die Schauspieler, die die Ichs ihrer Rollen stets aufs Neue konstruieren und dabei auch noch das private Ich als Konstrukt mit ins Spiel zu bringen haben.

ME, MYSELF & I: AMPHITRYON ist eine Produktion von A.TONAL.THEATER in Koproduktion mit Freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln, dem COMEDIA Theater Köln und GLOBALIZE:COLOGNE 2013. Die Produktion wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln, dem Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Bildung, Kultur und Sport des Landes NRW sowie der Kunststiftung NRW.


Darsteller: Dorothee Föllmer, Verena Plangger, David Fischer, Oleg Zhukov, Valentin Stroh | Konzept/Regie: Jörg Fürst | Musik/Videoscreening: Valerij Lisac | Licht: Kerp Holz | Bühne: Jana Denhoven | Kostüme: Monika Odenthal | Maske: Anke Scheiter | Layout/Internet: Jörg Waschat/nondesign | Produktion: Kaja Manenbach | Regieassistenz: Martina Kock | Produktion/Technik: Garlef Keßler, Jasper Diekamp, Lucas Vavilov | Videodokumentation: Basa Vujin-Stein | PR: Freihandelszone, neurohr & andrä