Freihandelszone

theater-51grad.com: Transfleisch

Die MusikTheater-Performance TRANSFLEISCH experimentiert an den Grenzen der akustischen und visuellen Wahrnehmung. Wie ist das mit dem Bewusstsein und der Erfahrung von „Realität“? Ergeben sich durch die veränderten Lebenswelten, wie die virtuellen Welten im Web, neue Narrationsformen? Beeinflussen neuere Theorien über das Bewusstsein als eine Simulation von „Realität“ unsere Wahrnehmung? „Die Grundidee besagt, dass der Inhalt des Bewusstseins der Inhalt einer simulierten Wirklichkeit in unserem Gehirn ist und dass das Gefühl des Daseins selbst ein Teil dieser Simulation ist.“ (Thomas Metzinger, „Der Ego-Tunnel“).

Wie aber könnte man - gefangen in der Simulation – erkennen, dass es sich um eine Simulation handelt? Wie kann man beweisen, dass das Bewusstsein mehr ist als das, was in den Gehirnen gefangen ist? Das ginge nur über Aneignung von Bewusstsein, auf das das Gehirn keinen Zugriff hat. Also über die Erfahrung von unterschiedlichen Ereignissen im gleichen Raum und in der gleichen Zeit. „Um festzustellen, ob er in einer Simulation lebt, musste er sich selbst simulieren. Er entschied, einen Klon auf die Reise zu schicken. Beide gingen eine kleine Strecke zusammen und notierten alles, was sie sahen. Dann legten sie die Notizen übereinander. Das Ergebnis blieb unklar und so erstarkte ein Gedanke: Einer von beiden musste sterben! ...“

TRANSFLEISCH agiert mit den Elementen Video, Musik und Sprache und untersucht anhand der Prinzipien des Loopings, der Überlagerungen und der Verschiebungen die Möglichkeiten der Interaktion, der Kommunikation, der Narration und der Auflösung des Wahrgenommenen. Der Komponist Sergej Maingardt verbindet dabei kompositorische Elemente der elektronischen Neuen Musik mit modifizierten instrumentalen Einspielungen. Die Bildebene wendet sich dem sezierenden Blick zu und taucht in Tiefen und Strukturen ein. In der Interaktion mit dem Performer Daniel Berger beginnen Musik und Bild ihre narrativen Formen beständig in neue Zusammenhänge zu bringen – wie stark ist Leben, wie wichtig die Geschichte? 

Die Produktion ist gefördert durch: das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW
in Kooperation mit Freihandelszone – ensemblenetzwerk köln


Mit: Daniel Berger; Komposition/Musik/Video: Sergej Maingardt; Text/Dramaturgie: Rosi Ulrich; Ausstattung: Trixy Royeck; 3-D-Animation: Juri Morosov; Technik: Marcus Müller